Generative Antworten verändern, wie Menschen Google nutzen. Suchanfragen werden länger, konkreter und beziehen mehrere Fragen gleichzeitig ein. Google bündelt Informationen und verweist dabei auf passende Websites.
Die Inhalte dafür stammen weiterhin aus dem bestehenden Google-Index. Deshalb gelten die bekannten Voraussetzungen auch für KI-Suche: Google muss eine Seite finden, crawlen, indexieren und als hilfreich einordnen können.
Begriffe wie AEO oder GEO tauchen derzeit häufig auf. Sie können helfen, über neue Suchoberflächen zu sprechen. Für die praktische Arbeit im E-Commerce ändern sie aber wenig. Wer technische SEO, gute Inhalte und eine klare Seitenstruktur bisher vernachlässigt hat, sollte dort beginnen.
Gute Produktinformationen reichen nicht immer aus
Viele Produktseiten enthalten Preise, technische Daten und kurze Beschreibungen. Das ist wichtig, beantwortet aber nicht jede Frage vor einer Kaufentscheidung. Gerade bei beratungsintensiven Produkten suchen Interessierte nach konkreter Orientierung:
- Welche Variante passt zu einem bestimmten Einsatzbereich?
- Worin unterscheiden sich ähnliche Produkte?
- Welche technischen Eigenschaften sind für die Auswahl relevant?
- Welche Produkte, Zubehörteile oder Komponenten sind miteinander kompatibel?
- Was sollte vor dem Kauf oder bei der Nutzung beachtet werden?
Solche Fragen lassen sich nicht mit vielen ähnlichen Texten beantworten. Google empfiehlt ausdrücklich keine Inhalte, die nur für mögliche Suchvarianten oder KI-Antworten erstellt werden.
Sinnvoller ist eine klare Seitenstruktur. Produktseiten erklären das konkrete Angebot. Kategorieseiten unterstützen bei der Auswahl. Ratgeber, Vergleiche und Anwendungsbeispiele helfen bei komplexeren Entscheidungen. So entsteht ein Informationsangebot, das Nutzerinnen und Nutzer tatsächlich weiterbringt.
Fachwissen aus dem Unternehmen sichtbar machen
Viele mittelständische Unternehmen verfügen über Wissen, das nicht in Herstellerdaten oder Standardtexten steht. Erfahrungen aus Beratung, Service, Projektgeschäft oder Produktentwicklung können Inhalte deutlich hilfreicher machen.
Das können zum Beispiel sein:
- Auswahlhilfen für typische Einsatzbereiche
- Hinweise zu Kompatibilitäten und Produktvarianten
- Erklärungen zu technischen Eigenschaften
- Praxisbeispiele aus Installation, Nutzung oder Wartung
- Eigene Bilder und Videos, die Produkte im Einsatz zeigen
Solche Inhalte müssen nicht lang sein. Entscheidend ist, dass sie konkrete Fragen beantworten und nachvollziehbar bleiben.
Ein Beispiel: Eine Produktseite für technische Komponenten gewinnt nicht durch mehr allgemeine Beschreibung. Sie wird hilfreicher, wenn sie erklärt, welche Voraussetzungen für die Nutzung gelten, welche Varianten zusammenpassen und worauf bei der Auswahl geachtet werden sollte.
Technik bleibt ein wichtiger Teil von SEO für KI-Suche
Hilfreiche Inhalte können nur berücksichtigt werden, wenn Google sie zuverlässig erfassen kann. Deshalb bleibt technische SEO ein zentraler Bestandteil.
Für Onlineshops sind vor allem vier Punkte relevant.
Wichtige Seiten müssen erreichbar sein
Produkt-, Kategorie- und Ratgeberseiten sollten über Navigation und interne Links erreichbar sein. Inhalte, die nur über Filter, JavaScript-Interaktionen oder schwer auffindbare Menüs zugänglich sind, sollten geprüft werden.
Eine klare interne Verlinkung hilft Besucherinnen und Besuchern bei der Orientierung. Gleichzeitig erleichtert sie Google die Einordnung wichtiger Themen und Seiten.
JavaScript-Inhalte sollten kontrolliert werden
Viele Shops nutzen JavaScript für Produktlisten, Varianten, Filter und Inhalte auf Produktdetailseiten. Google kann JavaScript verarbeiten, sofern nichts blockiert wird. Trotzdem lohnt sich eine gezielte Prüfung.
Relevant ist, ob Produktinformationen, interne Links, Metadaten und strukturierte Daten nicht nur im Browser sichtbar sind, sondern auch von Google verarbeitet werden können.
Nutzerführung beeinflusst die Qualität einer Seite
Lange Ladezeiten, überlagernde Banner oder unübersichtliche Produktseiten erschweren die Nutzung. Im E-Commerce betrifft das besonders Produktdetailseiten, Filter, Warenkorb und Checkout.
Wichtige Informationen sollten ohne unnötige Schritte erreichbar sein. Dazu gehören Preis, Verfügbarkeit, Varianten, Lieferhinweise, technische Daten und passende Zubehörteile.
Doppelte Seiten sollten reduziert werden
Filter, Sortierungen, Varianten und URL-Parameter erzeugen häufig sehr ähnliche Seiten. Das kann die Navigation unübersichtlich machen und Google zusätzliche URLs zur Prüfung geben.
Canonical-Tags, klare Indexierungsregeln und eine strukturierte interne Verlinkung helfen dabei, relevante Seiten zu bündeln und unnötige Varianten zu reduzieren.
Strukturierte Daten bleiben weiterhin absolut sinnvoll und wichtig
Strukturierte Daten helfen Google dabei, Informationen wie Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen oder Produktmerkmale besser einzuordnen. Für Onlineshops bleiben sie daher ein sinnvoller Baustein.
Google verlangt für generative KI-Funktionen jedoch kein spezielles KI-Markup. Auch ein bestimmtes schema.org-Format führt nicht automatisch dazu, dass eine Seite in einer KI-Antwort erscheint.
Wichtig ist, dass strukturierte Daten korrekt umgesetzt sind und zu den sichtbaren Informationen auf der Seite passen. Gleiches gilt für Produktdaten im Merchant Center. Preis, Verfügbarkeit, Versandinformationen und Produktmerkmale sollten aktuell und konsistent bereitstehen.